3 Cime Dolomiti

Die Rentiere auf der Rotwand

Die einzige Rentierherde der Alpen

Kids Tierische Freunde
Tierische Freunde

Das Skigebiet 3 Zinnen Dolomiten hat ein lebendiges Alleinstellungsmerkmal: eine eigene Rentierherde, die einzige im gesamten Alpenraum. An der Gebirgskette Rotwand kann man die sympathischen Vierbeiner aus dem Hohen Norden bestaunen und streicheln – und sogar bei der Fütterung mithelfen. Verantwortlich für die Herde ist Rudolf „Rudl“ Egarter, der die Tiere einst aus Finnland holte und sie zu den Stars des Skigebiets machte.

Also entschieden wir uns für Rentiere, die den Schlitten ziehen könnten

Rudl Egarter Technischer Direktor

Wie die Rentiere zu uns kamen

Die Rentierherde von Rudolf Egarter ist bereits in der dritten Generation an der Sextner Rotwand Zuhause. In einem weitläufigen Gehege kümmern sich „Rudl“, wie er daheim genannt wird, und seine Mitarbeiter liebevoll um die fünf Tiere. Anführer der Herde ist Mika mit seinem imposanten Geweih, hinzu kommen Kelly, Emmy, Any und die kleine Alba. 


Angefangen hat alles im Jahr 2003. Damals bot Rudl noch Motorschlittenfahrten an der Rotwand an. „Das war allerdings alles andere als umweltfreundlich“, erinnert sich Egarter. „Also entschieden wir uns für Rentiere, die den Schlitten ziehen könnten.“ Und so fuhr Rudl Ende 2003 für einen 14-tägigen Crash-Kurs auf die Farm von Any Maga ins knapp 3.300 Kilometer entfernte Vuotso in Finnland. Dort lernte er alles über das Verhalten, die Ernährung und die Besonderheiten der Paarhufer, die zur Familie der Hirsche zählen. Die Faszination ist bei Rudl bis heute ungebrochen: „Sie sind absolut liebenswürdige Geschöpfe!“ 

Nachdem Rudl Egarter die Tiere in ihrer Heimat studiert hatte, nahm er vier von ihnen mit auf den langen Weg nach Südtirol. Eine Woche waren die Tiere per Schiff und LKW unterwegs. Große Eingewöhnungsprobleme hatten die Rentiere an der Rotwand nicht. Kein Wunder, denn ihr dichtes Fell isoliert sie bis zu einer Temperatur von minus 45 Grad. Die klirrend-kalten Wintermonate in den Dolomiten machen ihnen also nichts aus.

Auch der Speiseplan im Skigebiet 3 Zinnen ist ganz nach dem Geschmack der Herde. Rudl: „Hier in unseren Bergwäldern gibt es ausreichend Isländisches Moos, die Leibspeise der Rentiere.“ Ohne das robuste Gewächs könnte die Herde praktisch nicht existieren. Denn im Gegensatz zu Weide-Rindern vertragen sie frisches Gras nicht. „Wenn sie davon große Mengen essen würden, müssten sie sterben“, verrät Rudl. Für Menschen giftige Pflanzen wie etwa Fliegenpilze sind für sie dagegen unschädlich und eignen sich im Sommer exzellent für eine kleine Zwischenmahlzeit.

NB
Die Rentiere können jeden Tag von der neuen Aussichtsbrücke aus in ihrem Gehege beobachtet werden.