SKITOUR LADINISCHE SAGEN
Ritter und Prinzessin
St. Vigil in Enneberg ist der ideale Ausgangspunkt für eine Tour
in das Reich der ladinischen Sagen. Auf Skiern folgt man den alten Geschichten
und entdeckt dabei auch viel Neues. Hier lebte vor Jahrhunderten Franz
Wilhelm de Brach - "Gran Bracun" nennen ihn die Ladiner - ein
sagenumwobener Ritter. Auf seinen Spuren beginnt der Skitag mit einem
Traumblick vom Piz de Plaies und einer Abfahrt zur La Para Hütte,
wo man die Abenteuer des Drachentöters nachlesen kann. Gestärkt
und um eine gute Geschichte reicher geht´s hinauf auf den Kronplatz,
den Platz, auf dem die Prinzessin Dolasila gekrönt wurde. Um sie
und das geheimnisvolle Reich der Fanes ranken sich unzählige Geschichten.
Dolasila trug einen Zobelpelz und ihre silbernen Pfeile trafen jedes Ziel.
Die Prinzessin war nicht nur hübsch, sondern auch noch unbesiegbar!
Und noch ein Wunder
Das Panorama auf dem Kronplatz ist atemberaubend, man sieht viele berühmte
Dolomitengipfel bis hin zur imposanten Tofana. Auf dem Plateau steht wuchtig
die "Concordia 2001", größte Glocke Tirols und Mahnmal
für den Frieden. Talwärts führt die Tour zum Graziani Schutzhaus,
wo man die spannende Geschichte der Dolasila mit einem kulinarischen Schmankerl
abrundet: Crafuns Mori - die Dolasila-Speise - sind Krapfen mit köstlichem
Wildragout. Richtung Furkelpass geht´s durch ein kleines Wäldchen
zu einem weiteren Bezugspunkt für den Skifahrer durch die Zeiten,
der Bivacco-Hütte. 1636 pilgerten die pestgeplagten Bewohner von
Welsberg über den Pass zur Gnadenmutter nach Pfarre Enneberg und
wurden von der Seuche befreit. Ein Bildstock am Weg erinnert an das Wunder.
Mit der Abfahrt ins Tal endet dieser sagenhafte Skitag.
Tipp:
Die Pfarrkirche von St. Vigil in Enneberg zählt zu den schönsten
Barockkirchen Südtirols. Sie entstand 1782 als einheitliches Kunstwerk
des Rokoko, mit spielerisch gestalteten Türmen, bemalter Fassade
und reich ausgestattetem Innenraum. Besonders beeindruckend sind die Fresken
der Flachkuppeln. Sie stammen von Matthäus Günther und zeigen
unter anderem die Steinigung des hl. Vigilius.
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